Kuiper Gürtel
Kleinplaneten
Kuiper Gürtel
Der Kuipergürtel (auch Kuiper-Gürtel geschrieben) ist eine ringförmige, flache Region im äußeren Sonnensystem, die sich direkt hinter der Bahn des Planeten Neptun erstreckt. Im Gegensatz zur hypothetischen, kugelförmigen Oortschen Wolke ist der Kuipergürtel real nachgewiesen und beherbergt Millionen von eisigen Objekten, die als Überbleibsel aus der Entstehungsphase des Sonnensystems gelten.
Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick
- Lage und Ausdehnung: Er beginnt bei der Umlaufbahn von Neptun bei etwa 30 Astronomischen Einheiten (AE) und reicht bis zu einer Entfernung von etwa 50 AE von der Sonne.
- Form: Eine dicke, ringförmige Scheibe, die sich nahe der Hauptebene unseres Sonnensystems (Ekliptik) befindet.
- Objekte (KBOs): Die Himmelskörper in diesem Bereich heißen Kuiper-Belt Objects (KBOs) oder transneptunische Objekte (TNOs). Sie bestehen überwiegend aus gefrorenem Wasser, Ammoniak und Methan sowie Gestein.
- Herkunft von Kometen: Der Kuipergürtel ist der Ursprungsort der meisten kurzperiodischen Kometen (Umlaufzeit unter 200 Jahre), wie etwa dem berühmten Halleyschen Kometen.
Bekannte Objekte im Kuipergürtel
Die Objekte im Kuipergürtel werden in verschiedene Klassen unterteilt – je nachdem, wie stark sie durch die Schwerkraft Neptuns beeinflusst werden.
1. Pluto und die Plutinos
Diese Himmelskörper befinden sich in einer 2:3-Bahnresonanz mit Neptun (während Neptun die Sonne dreimal umrundet, tun sie es zweimal).
- Pluto: Der mit Abstand bekannteste und größte Körper des Kuipergürtels. Im Jahr 2006 verlor er seinen Status als neunter Planet und wird seither als Zwergplanet klassifiziert.
- Orcus: Ein großer Zwergplaneten-Kandidat, der oft als „Anti-Pluto“ bezeichnet wird, weil seine Bahn fast identisch mit der von Pluto verläuft, er sich aber immer genau entgegengesetzt zu ihm befindet.
2. Klassische Kuipergürtel-Objekte (Cubewanos)
Diese Objekte bewegen sich auf fast kreisrunden Bahnen und wurden von Neptuns Schwerkraft kaum beeinflusst.
- Makemake: Ein rötlich leuchtender Zwergplanet der äußeren Zone, der fast keine Atmosphäre besitzt.
- Haumea: Ein extrem schnell rotierender Zwergplanet mit einer markanten, länglichen Ellipsoid-Form (wie ein Rugbyball) und einem eigenen Ringsystem.
- Arrokoth (ehemals Ultima Thule): Dieses doppel-lobige Objekt wurde im Jahr 2019 von der NASA-Raumsonde New Horizons aus nächster Nähe fotografiert. Es sieht aus wie ein roter Schneemann und ist der am weitesten entfernte Himmelskörper, der jemals von einer Sonde besucht wurde.
3. Die „Scattered Disk“ (Gestreute Scheibe)
Manche Astronomen zählen diese Region zum Kuipergürtel, andere sehen sie als separate Zone. Hier wurden Objekte durch Neptun auf extrem weite, elliptische Bahnen abgelenkt.
- Eris: Ein massereicher Zwergplanet, dessen Entdeckung im Jahr 2005 die Debatte darüber auslöste, was genau ein „Planet“ ist, und letztlich zu Plutos Herabstufung führte.
Erforschung durch Raumsonden
Die Erforschung vor Ort ist aufgrund der enormen Distanzen extrem schwierig. Dennoch gab es einen historischen Meilenstein:
- Die NASA-Sonde New Horizons flog nach ihrem Pluto-Besuch im Jahr 2015 tiefer in den Kuipergürtel hinein.
- Am 1. Januar 2019 passierte sie den Asteroiden Arrokoth und lieferte die ersten hochauflösenden Nahaufnahmen eines unberührten, ursprünglichen Bausteins unseres Sonnensystems.
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